Geben Sie jedem Familienvideo zuerst eine dauerhafte Kennung. Titel, Aufnahmedatum, früherer Ablageort und Dateifunktion gehören in eine lesbare Bestandsliste. So bleibt dasselbe Material erkennbar, auch wenn ein Medienserver beim Import andere Anzeigenamen erzeugt.
Diese Anleitung betrifft eigene oder zur Verwaltung freigegebene Aufnahmen, die bereits als lesbare Dateien oder autorisierte Abbilder vorliegen. Sie beschreibt weder das Umgehen eines Schutzes noch eine bestimmte Digitalisierungssoftware.
Eine stabile ID statt eines überladenen Dateinamens
Ein Name wie Sommerurlaub_2012_final_neu_final.mp4 vermischt Identität, Titel, Datum und Bearbeitungsstand. Ändert sich eine dieser Angaben, verliert die Datei ihren scheinbar eindeutigen Namen. Vergeben Sie stattdessen pro Aufnahme eine kurze ID, beispielsweise HV001, und führen Sie den gewünschten Titel separat.
Die NARA-Leitlinie zu Video trennt Erhaltungs- und Zugriffskopien und nennt eindeutige Kennungen sowie beschreibende und technische Metadaten. Die NARA-Empfehlungen für Bewegtbilddateien befürworten konsistente Verzeichnisse, eindeutige lesbare Namen und eingebettete oder begleitende Metadaten. Das sind Organisationsgrundsätze, keine Zusage für ein bestimmtes Abspielgerät.
Ein überschaubares Beispiel mit HV001
Die folgende Struktur ist ein Muster. Endungen richten sich nach den vorhandenen Dateien. Benennen Sie eine BDMV-Struktur nicht intern um; erfassen Sie den äußeren Ordner in Ihrer Zuordnung.
familienvideo/
├─ originals/
│ └─ HV001_source.iso
├─ access/
│ └─ HV001_access_v1.mp4
├─ catalog.csv
└─ README.txt
source bedeutet nur „Quelle dieses Arbeitsablaufs“. Der Name beweist weder Kamera-Original noch verlustfreies Master. access_v1 ist die erste Zugriffsfassung. Eine neue Zugriffskopie bleibt unter HV001 und erhält eine neue Version. Hilfen bieten der Vergleich von ISO, Ordner und MKV sowie die Prüfliste für Tonspuren und Untertitel.
Die kleinste brauchbare Bestandsliste
Speichern Sie catalog.csv als UTF-8 und verwenden Sie eine Zeile pro Datei. Die CSV ist eine für Menschen lesbare Übergabe, keine Zusage für einen automatischen Import. Sinnvolle Mindestfelder sind:
id: dauerhafte Material-ID, etwaHV001relative_path: relativer Pfad im Bestandrole: zum Beispielsourceoderaccesstitle: tatsächlicher, lesbarer Titeloriginal_location: früherer Pfad, Disc-Nummer oder Beschriftungcapture_date: Aufnahmezeitpunkt, soweit bekanntdate_precision:day,month,yearoderunknowndate_basis: Quelle oder Begründung der Datumsangabe
Optional ergänzen Sie Zugriffsrechte, private Familieninhalte und eine Änderungshistorie. Unterscheiden Sie Dateien nicht nur durch Groß- und Kleinschreibung und überschreiben Sie keine gleichnamige Datei. Die von NARA bereitgestellte Smithsonian-Handreichung zur Dateibenennung betont Konsistenz, Unterscheidbarkeit, Datums- und Versionsangaben sowie eine passende Endung. Unsere Feldnamen sind keine Herstellernorm.
Mit unbekannten Aufnahmedaten sauber umgehen
Das Import- oder Änderungsdatum ist nicht automatisch das Aufnahmedatum. Ist nur der Monat belegt, tragen Sie beispielsweise 2012-07 und month ein. Fehlt jede belastbare Angabe, verwenden Sie unknown. Ergänzen Sie keinen erfundenen ersten Tag des Monats, nur damit eine Sortierung funktioniert.
Wenn ein Datum im Dateinamen stehen soll, dokumentieren Sie, ob es die Aufnahme, Bearbeitung oder Erfassung bezeichnet. Mehrere Clips desselben Tages unterscheiden Sie über stabile IDs wie HV014 und HV015; der Titel kann das Ereignis beschreiben. Gleiche Dateigröße oder fortlaufende Kameranummern allein beweisen keine gemeinsame Aufnahme.
Plex und Jellyfin nur als Anzeigeebene behandeln
Die Plex-Seite zu persönlichen Medien beschreibt eine begrenzte Lösung, bei der Dateinamen als Titel erscheinen, sowie eingebettete Metadaten für bestimmte Videotypen. Die Seite wurde zuletzt am 29. Juli 2019 geändert. Prüfen Sie deshalb die aktuelle Bibliotheksart und Konfiguration mit Beispieldateien, statt alte Menüpfade zu übernehmen.
Laut Jellyfin-Dokumentation zu lokalen NFO-Dateien hängen die NFO-Namen vom Medientyp ab; lokale NFO-Daten haben Vorrang vor entfernten Quellen. Für das Schreiben muss der Nfo saver aktiviert sein. Lese- und Schreibfelder sind nicht vollständig identisch, und dieselbe NFO-Datei ist nicht automatisch mit Plex austauschbar.
Vor dem Gesamtumzug drei verschiedene Fälle testen
Kopieren Sie zunächst nur diese drei Beispiele in ein getrenntes Testverzeichnis:
- eine Aufnahme mit vollständig belegtem Datum;
- eine Aufnahme mit unbekanntem Datum;
- einen Titel mit Umlaut oder anderer nicht-lateinischer Schrift.
Kontrollieren Sie Titel, Datum, Beschreibung und Dubletten. Prüfen Sie, ob Erhaltungs- und Zugriffskopie unterscheidbar bleiben, gewünschte Ton- und Untertitelspuren wählbar sind und Anfang, Mitte sowie Ende wiedergegeben werden. Vergleichen Sie die Anzeige von Hand mit Ihrer unabhängigen catalog.csv. Bietet die verwendete Anwendung einen Metadatenexport an, prüfen Sie zusätzlich dessen tatsächlichen Inhalt.
Ein erfolgreicher Scan belegt weder vollständige Metadaten noch fehlerfreie Wiedergabe. Löschen Sie daher weder Altbibliothek noch Quelldateien. Bei einem Fehler entfernen Sie nur die Testkopie, korrigieren Regel oder Zuordnung und beginnen erneut mit denselben drei Fällen. Für Kopien und Wiederherstellungstests hilft der Leitfaden zum persönlichen Medienarchiv; den Platzbedarf planen Sie unter Blu-ray-Speicherbedarf berechnen.
Beginnen Sie mit einem einzigen Eintrag für HV001. Erst wenn Katalog, Anzeige und Wiedergabe der drei Testfälle nachvollziehbar sind, erweitern Sie die Ordnung auf den restlichen Bestand.
Geprüfte offizielle Quellen und Testgrenzen
- NARA: Video Playback and Digitization
- NARA: Future Usability of Moving Image Files
- Smithsonian: Naming and Organizing Files, von NARA bereitgestellt
- Jellyfin: Local NFO metadata
- Plex: Personal Media Movies
Die Quellen wurden am 21. Oktober 2026 gelesen. Der Beitrag enthält eine redaktionelle Beispielstruktur, aber keine praktischen Tests mit Hardware und keine durchgeführte Migration zwischen Plex und Jellyfin.