Entscheidungshilfe für Blu-ray-Kopien

Blu-ray-Rip: Speicherplatz für die Sammlung planen

Berechnen Sie den Speicherbedarf einer Blu-ray-Sammlung anhand eigener Stichproben, Wachstum, Arbeitsbereich, freiem Volumen und getrennter Sicherung.

Für eine belastbare Planung brauchen Sie eigene Dateigrößen: Verarbeiten Sie mehrere repräsentative Titel vollständig, trennen Sie Archivdateien von kleineren Wiedergabekopien und rechnen Sie jedes Zielvolumen einzeln. Disc-Kapazität und fertige Dateigröße sind nicht dasselbe.

Die Anleitung gilt für selbst erstellte oder autorisierte Inhalte, die Ihre Software rechtmäßig lesen kann. Sie beschreibt keine Umgehung eines Kopierschutzes. Wenn noch unklar ist, ob Struktur oder einzelne Titel erhalten bleiben sollen, hilft zuerst der Vergleich zwischen Blu-ray-Kopie und Rip.

Eine Tabelle statt einer pauschalen Größe pro Film

Ein Durchschnitt wie „x GB pro Blu-ray“ verbirgt wichtige Unterschiede: ISO, ausgewählte MKV-Titel und MP4-Dateien erfüllen andere Aufgaben. Planen Sie die ISO-Ausgabe und eine MP4-Wiedergabekopie getrennt.

Legen Sie in einer Tabelle je Dateigruppe diese Felder an:

Feld Eintrag
Gruppe Haupttitel, Bonus, Kurzfilm, Wiedergabekopie
Geplante Anzahl erwartete Dateien dieser Gruppe
Vollständige Stichproben Größen mehrerer komplett verarbeiteter Dateien
Planwert für die Hochrechnung gewählte Größe je Datei
Zielvolumen Rechner, NAS oder getrenntes Laufwerk
Rolle Primärbestand, Sicherung oder neu erzeugbare Kopie

Legen Sie vorher mit der Prüfliste für Ton- und Untertitelspuren fest, welche Streams erhalten bleiben. Sonst berechnen Sie eine Ausgabe, die nicht zu den späteren Dateien passt.

Stichproben müssen den ganzen Titel abdecken

Wählen Sie pro Gruppe mehrere unterschiedliche, kürzere und längere Titel. Verarbeiten Sie jeden Test vollständig. Ein kurzer Ausschnitt zeigt die Endgröße nicht zuverlässig.

Die HandBrake-Dokumentation erklärt, dass die Dateigröße bei konstanter Qualität vom Quellmaterial abhängt. Die Seite ist ein Entwurf; sie belegt weder feste Kompression noch Qualität oder Geschwindigkeit. Notieren Sie Mittelwert und größtes Ergebnis. Rechnen Sie zusätzlich mit dem größten gemessenen Wert jeder Gruppe als großzügiges Szenario. Das ist kein nachgewiesener Höchstwert für noch nicht verarbeitete Titel. Aktualisieren Sie die Planung nach der ersten echten Charge.

Die Formel je Speicherort

Berechnen Sie zunächst jede Dateigruppe und anschließend das einzelne Zielvolumen:

Gruppenbedarf = geplante Anzahl × Planwert je Datei
heutiger Bestand = Summe aller Gruppenbedarfe
Bestand mit Wachstum = heutiger Bestand + erwarteter Zuwachs
benötigtes nutzbares Volumen = (Bestand mit Wachstum + zusätzlicher Arbeitsbereich) ÷ (1 - Freihalteanteil)

Der Arbeitsbereich gehört nur auf das betroffene Volumen. „Nutzbares Volumen“ meint den nach der Einrichtung für Dateien verfügbaren Bereich.

Vollständiges Rechenbeispiel mit Annahmen

Die folgenden Werte sind frei gewählte Rechengrößen. Sie sind keine gemessenen Durchschnittswerte und keine Empfehlung für eine reale Sammlung.

Gruppe Annahme Zwischensumme
Archivdateien A 40 × 32 GB 1.280 GB
Archivdateien B 20 × 18 GB 360 GB
Wiedergabedateien 60 × 6 GB 360 GB
Bestand heute 2.000 GB

Für weitere 500 GB wächst der geplante Dateibestand auf 2.500 GB. Soll das Volumen in diesem Beispiel zu 20 Prozent frei bleiben, lautet die Rechnung:

2.500 ÷ 0,8 = 3.125 GB nutzbare Volumenkapazität

Die 20 Prozent sind eine Annahme, keine Herstellervorgabe. Benötigt das Hauptvolumen weitere 200 GB für noch nicht eingerechnete Arbeitsdaten, ergibt sich:

(2.500 + 200) ÷ 0,8 = 3.375 GB

Liegt dieser Arbeitsbereich nicht auf dem getrennten Sicherungsziel, bleibt dessen Rechenwert bei 3.125 GB. So wird aus „Wie viel Speicher braucht meine Sammlung?“ eine konkrete Frage pro Speicherort.

GB, GiB und Disc-Kapazität auseinanderhalten

Nach der NIST-Erklärung entspricht 1 GB 10 hoch 9 Byte, 1 GiB dagegen 2 hoch 30 Byte. Verwenden Sie durchgehend dezimales GB und rechnen Sie GiB-Anzeigen um. Die andere Zahl allein bedeutet keinen Datenverlust.

Die Blu-ray Disc Association nennt für übliche ein- und zweischichtige Discs 25 beziehungsweise 50 GB. Das sind Medienkapazitäten, keine feste Größe für ISO, MKV oder MP4. Laufwerks-Nennkapazität ist ebenfalls nicht automatisch nutzbar.

Der RAID-Rechner von Synology weist darauf hin, dass geschätzte Array-Kapazität und endgültige Volume-Kapazität abweichen und System sowie Metadaten Platz belegen. Das ist eine öffentliche Erklärung dieses Anbieters, kein fester Abschlag für jedes NAS. Prüfen Sie nach dem Aufbau die tatsächlich gemeldete nutzbare Kapazität im Speichermanager.

Arbeitsbereich ohne Doppelzählung planen

Addieren Sie nur Daten, die auf diesem Volumen zusätzlich zum Bestand gleichzeitig existieren. Eine dauerhaft archivierte Quelle zählt nicht erneut als temporäre Quelle. Separate Eingabe, neue Ausgabe und temporäre Daten zählen dagegen mit ihrem gemeinsamen Spitzenbedarf; ebenso parallele Aufträge.

Sicherungsziele nach dem echten Dateisatz berechnen

Definieren Sie pro Sicherungsziel den wiederherstellbaren Dateisatz, etwa Primärarchive und Metadaten ohne temporäre Dateien. Der Plan für ein persönliches Medienarchiv trennt Originale, Arbeitskopien und Wiedergabeversionen.

Die Library of Congress empfiehlt ausgewählte Dateien auf unterschiedlichen Medien und an getrennten Orten. Ein RAID-Spiegel ist keine unabhängige Kopie an einem anderen Ort. Kopienzahl und Planung garantieren weder Wiederherstellung noch Lebensdauer; testen Sie das Zurückspielen.

Prüfliste vor der Speicherentscheidung

  1. Ausgabeformat und benötigte Ton-/Untertitelspuren stehen fest.
  2. Mehrere repräsentative Titel wurden vollständig verarbeitet.
  3. Bestand, Wachstum und gleichzeitiger Arbeitsbereich sind je Ziel getrennt.
  4. Alle Tabellenwerte verwenden dieselbe Einheit.
  5. Der Freihalteanteil ist als eigene Annahme dokumentiert.
  6. Hauptbestand und unabhängige Sicherung haben separate Summen.
  7. Nach der Einrichtung wird die gemeldete nutzbare Kapazität geprüft.
  8. Nach der ersten echten Charge werden Stichproben und Wachstumsannahmen aktualisiert.

Erst diese Werte zeigen, welche nutzbare Kapazität wirklich benötigt wird. Eine Produktgröße nur aus Disc-Anzahl oder einem fremden Durchschnitt abzuleiten, überspringt die Entscheidungen, die den Speicherbedarf tatsächlich bestimmen.

Geprüfte offizielle Quellen