Entscheidungshilfe für Blu-ray-Kopien

HandBrake: konstante Qualität oder durchschnittliche Bitrate?

So wählen Sie in HandBrake zwischen Constant Quality und Average Bitrate, berechnen ein Größenbudget und prüfen Probe sowie vollständige Ausgabedatei.

Wählen Sie Constant Quality (CQ), wenn ein Qualitätsziel wichtiger ist und die Dateigröße schwanken darf. Bei einer echten Größenobergrenze kommt Average Bitrate (ABR) infrage; ziehen Sie vorher Tonspuren und eine Reserve für Container und weitere Daten ab. Eine mit den hier beschriebenen Kompressionseinstellungen erzeugte Zugriffskopie ersetzt keine Archivkopie der Quelle.

Der Ablauf gilt für bereits lesbare Videos aus eigenen, autorisierten oder anderweitig legal verarbeitbaren Medien. Er beschreibt weder Entschlüsselung noch das Auslesen einer Disc. Behalten Sie eine geprüfte Quelle unabhängig von der erzeugten Zugriffskopie.

CQ und ABR steuern unterschiedliche Ziele

Bei CQ legen Sie mit RF oder einem vergleichbaren Regler ein Qualitätsziel fest. Der Encoder verwendet je nach Bildkomplexität unterschiedliche Bitraten. Zwei gleich lange Filme können deshalb mit demselben RF deutlich unterschiedliche Größen erreichen. CQ passt gut, wenn Sie eine gleichartige visuelle Zielqualität wünschen, eignet sich aber nicht als Garantie für ein festes Upload- oder Speicherlimit.

Bei ABR geben Sie die durchschnittliche Videobitrate vor. „Durchschnittlich“ bedeutet nicht, dass jedes Bild exakt dieselbe Bitrate erhält. Außerdem enthält die Videobitrate weder Audio noch Untertitel, Kapitel oder Container-Overhead. Wer das gesamte Größenlimit in das Videofeld schreibt, kann das Limit mit der fertigen Datei überschreiten.

Die aktuelle HandBrake-CLI-Referenz führt Qualitätswert, Videobitrate und multi-pass als getrennte Optionen. Welche Optionen tatsächlich verfügbar sind, hängt von Betriebssystem, Hardware und Encoder ab; prüfen Sie daher auch HandBrakeCLI --help auf dem verwendeten System. Nutzen Sie multi-pass nur mit einem unterstützten Encoder und rechnen Sie nicht mit einer festen Laufzeit oder einer bestimmten Kompressionsersparnis.

RF-Zahlen nur innerhalb desselben Encoders vergleichen

HandBrakes aktuelle Seite Adjusting quality nennt für x264 und x265 bei 1080p RF 20 bis 24 als Ausgangsbereich. Bei diesen Encodern bedeutet ein niedrigerer RF ein höheres Qualitätsziel und gewöhnlich eine größere Datei. Das ist eine Herstellerempfehlung, kein CopyBluray-Test und kein universeller Bestwert für jede Blu-ray.

RF 22 in x264 ist nicht automatisch dieselbe Qualität wie RF 22 in x265. SVT-AV1 und Hardware-Encoder wie Apple VideoToolbox können wieder andere Skalen oder Richtungen verwenden. Halten Sie Encoder, preset, Auflösung, Filter und Audio konstant und verändern Sie jeweils nur einen kleinen Schritt innerhalb desselben Encoders.

Die technische HandBrake-Seite zu CQ und ABR ist ausdrücklich als draft gekennzeichnet. Wir verwenden daraus nur die grundlegende Trennung zwischen Qualitätsziel und durchschnittlicher Videobitrate sowie die variable Größe bei CQ. Veraltete RF-Empfehlungen und eine widersprüchliche Aussage zur Richtung des RF-Reglers übernehmen wir nicht.

Rechenbeispiel für eine Grenze von 2 GB

Das folgende Beispiel ist reine Arithmetik, kein HandBrake-Encodingtest. Ein 120-minütiges Video dauert 7.200 Sekunden. Die harte Grenze beträgt dezimal 2.000.000.000 Byte (2 GB, nicht 2 GiB).

Davon reservieren wir 1.900.000.000 Byte für Bild und Ton. Die verbleibenden 100 MB sind nur eine beispielhafte Reserve für Container, Untertitel und Abweichungen, kein allgemeingültiger Overhead-Prozentsatz. Es gibt eine Tonspur mit durchschnittlich 256 kbit/s.

Videobudget = (1.900.000.000 × 8 ÷ 7.200 ÷ 1.000) - 256
            = 1.855,11 kbit/s

Runden wir nach unten auf 1.850 kbit/s, ergibt sich für Bild und Ton:

(1.850 + 256) × 1.000 × 7.200 ÷ 8
= 1.895.400.000 Byte

Container und andere Zusatzdaten sind darin nicht enthalten, die Endgröße ist also nicht garantiert. Addieren Sie jede Tonspur. Bei passthrough oder Audio mit variabler Bitrate müssen Sie die tatsächliche Größe messen oder mehr Reserve lassen. Prüfen Sie nach dem vollständigen Encoding die Dateigröße in Byte. Bei einer Überschreitung senken Sie das Videobudget und testen erneut.

Eine Vorschau beurteilt Bildqualität, nicht die Gesamtgröße

Mit HandBrakes Preview-Funktion können Startposition und Dauer eines kurzen Testabschnitts gewählt werden. Ein sinnvoller Vergleich sieht so aus:

  1. Version, Quelle, Encoder, preset, Auflösung, Filter und Audio dokumentieren.
  2. Mehrere repräsentative Abschnitte mit Bewegung, Dunkelheit, Details und Körnung wählen.
  3. Bei CQ RF in kleinen Schritten innerhalb desselben Encoders ändern; bei ABR dasselbe Größenbudget beibehalten.
  4. Die Proben auch auf dem schwächsten vorgesehenen Client abspielen.
  5. Nach dem vollständigen Lauf Größe, Laufzeit, Ton, Untertitel sowie Anfang, Mitte und Ende prüfen.

Eine kurze Probe sagt nur etwas über die geprüften Szenen. Sie kann die endgültige CQ-Dateigröße nicht vorhersagen. Auch bei ABR zählt am Ende ausschließlich die gemessene vollständige Datei samt allen Spuren und Zusatzdaten.

Für Container, Codec und Zielgerät beginnen Sie mit dem Kompatibilitätsablauf für Blu-ray zu MP4. Legen Sie mit der Auswahl von Tonspuren und Untertiteln fest, was ins Budget gehört. Akzeptieren Sie die fertige Datei anschließend mit der Prüfung aus Hash, vollständiger Dekodierung und Wiederherstellung. Den Speicherbedarf einer ganzen Sammlung behandelt die Kapazitätsplanung für eine Blu-ray-Mediathek separat.

Wenn die gewünschte Bildqualität nicht in die harte Obergrenze passt, ändern Sie die Vorgabe oder erstellen Sie eine kleinere Zugriffskopie zusätzlich zum Original. Ein einzelner RF- oder Bitratenwert löst diesen Zielkonflikt nicht, und eine transkodierte Datei ersetzt keine geprüfte Archivquelle.